Ein neues Familienmitglied kommt nach Hause

Der Tag, an dem ein Welpe einzieht, verändert alles. Plötzlich dreht sich dein Alltag um kleine Pfoten, große Augen und jede Menge Chaos. Damit die ersten Wochen nicht zur Überforderung werden, haben wir die wichtigsten Meilensteine zusammengefasst.

Woche 1–2: Ankommen und Vertrauen aufbauen

Die ersten Tage sind für deinen Welpen eine komplett neue Welt. Er vermisst seine Mutter und Geschwister, muss neue Gerüche, Geräusche und Menschen verarbeiten. Gib ihm Zeit und Ruhe.

💡 Tipp für die erste Nacht

Eine tickende Uhr in ein Handtuch gewickelt simuliert den Herzschlag der Mutter und kann deinem Welpen beim Einschlafen helfen. Auch eine Wärmflasche (nicht zu heiß!) sorgt für Geborgenheit.

Woche 3–4: Stubenreinheit und erste Regeln

Jetzt beginnt die eigentliche Erziehung. Konsequenz ist dabei wichtiger als Strenge. Dein Welpe lernt am besten durch positive Verstärkung — also Lob und Leckerlis statt Bestrafung.

Stubenreinheit ist für viele Welpenbesitzer das Top-Thema. Die goldene Regel: Bringe deinen Welpen nach jedem Schlafen, Fressen und Spielen nach draußen. Wenn er sein Geschäft draußen erledigt, feiere es wie einen Sieg.

Woche 5–8: Sozialisierung

Dies ist die kritischste Phase in der Entwicklung deines Welpen. Was er jetzt kennenlernt, wird er sein Leben lang als normal empfinden. Nutze diese Zeit, um ihn behutsam an verschiedene Situationen zu gewöhnen:

„Die Sozialisierungsphase zwischen der 4. und 14. Lebenswoche ist das Zeitfenster, in dem wir die Grundlage für einen ausgeglichenen, selbstsicheren Hund legen." — Dr. Anna Richter, Verhaltenstierärztin

Woche 9–12: Grundkommandos und Routine

Dein Welpe ist jetzt bereit für die ersten Grundkommandos. Halte die Trainingseinheiten kurz (5–10 Minuten) und positiv. Die wichtigsten Kommandos für den Anfang:

  1. Sitz: Das einfachste und nützlichste Kommando
  2. Hier/Komm: Essentiell für die Sicherheit
  3. Nein/Aus: Klare Grenzen setzen
  4. Platz: Für Ruhe und Geduld
Welpe beim Training

Ernährung in den ersten Wochen

Welpen haben einen anderen Nährstoffbedarf als erwachsene Hunde. Sie wachsen schnell und brauchen mehr Protein, Kalzium und Energie. Achte auf spezielles Welpenfutter und teile die Tagesration auf 3–4 Mahlzeiten auf.

Ab der 12. Woche kannst du langsam auf 3 Mahlzeiten reduzieren. Eine Umstellung auf hochwertiges Frischfutter ist auch für Welpen möglich — sprich das aber vorher mit deinem Tierarzt ab.

⚠️ Wichtig

Füttere niemals rohes Schweinefleisch an Welpen (Aujeszky-Virus). Schokolade, Zwiebeln, Trauben und Rosinen sind für Hunde aller Altersstufen giftig. Im Zweifel immer den Tierarzt fragen.

Tierarztbesuche nicht vergessen

In den ersten 12 Wochen stehen wichtige Impfungen und Entwurmungen an. Dein Tierarzt wird einen Impfplan erstellen, der in der Regel Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut umfasst. Nutze die Besuche auch, um deinen Welpen an die Tierarztpraxis zu gewöhnen — positive Erfahrungen jetzt zahlen sich später aus.

Fazit: Geduld zahlt sich aus

Die ersten 12 Wochen mit einem Welpen sind intensiv, aber sie legen den Grundstein für eine wunderbare Beziehung. Sei geduldig, konsequent und liebevoll — und vergiss nicht, die chaotischen Momente zu genießen. Sie gehen schneller vorbei, als du denkst.