Der Nassfutter-Dschungel
Wer vor dem Katzenfutter-Regal steht, hat die Qual der Wahl. Hunderte Sorten, alle mit Versprechen wie „premium", „natürlich" oder „mit viel Fleisch". Doch was steckt wirklich drin? Wir helfen dir, den Durchblick zu behalten.
Die Deklaration lesen — so geht's
Das Wichtigste beim Futterkauf: Die Zutatenliste lesen. Und zwar richtig. Die Zutaten werden in absteigender Reihenfolge ihres Anteils aufgelistet. An erster Stelle sollte immer eine konkrete Fleischsorte stehen — nicht „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse".
- Offene Deklaration: Jede Zutat einzeln aufgeführt mit Prozentangabe — das ist der Goldstandard
- Halboffene Deklaration: Hauptzutaten benannt, aber nicht alle Prozente angegeben
- Geschlossene Deklaration: Nur Gruppenbezeichnungen wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse" — hier weißt du nicht, was wirklich drin ist
💡 Faustregel
Je offener die Deklaration, desto besser. Hersteller, die nichts zu verbergen haben, zeigen dir gerne, was im Futter steckt.
Qualitätsmerkmale von gutem Nassfutter
Hochwertiges Nassfutter erkennst du an diesen Merkmalen:
- Hoher Fleischanteil: Mindestens 60 %, idealerweise 70 % oder mehr
- Benannte Fleischquellen: „Hühnerbrust" statt „Geflügel und Nebenerzeugnisse"
- Kein Zucker, kein Getreide: Beides hat im Katzenfutter nichts verloren
- Ausgewogener Nährstoffgehalt: Taurin, Vitamine und Mineralien in ausreichender Menge
- Keine künstlichen Farb- und Konservierungsstoffe: Natürliche Konservierung ist möglich
Preisklassen — was bekommt man wofür?
Katzenfutter lässt sich grob in drei Preisklassen einteilen:
Discounter-Futter (0,50–1,00 €/Tag): Oft geschlossene Deklaration, hoher Getreideanteil, wenig Transparenz. Deckt den Grundbedarf, aber mehr nicht.
Mittelklasse (1,50–3,00 €/Tag): Bessere Zutatenlisten, mehr Fleisch, weniger Füllstoffe. Hier gibt es bereits gute Optionen.
Premium (3,00–5,00 €/Tag): Offene Deklaration, hoher Fleischanteil, oft in Lebensmittelqualität. Für Katzen mit Allergien oder besonderen Ansprüchen.
„Der Preis allein sagt nichts über die Qualität. Es gibt teure Futter mit schlechter Zusammensetzung und günstige mit überraschend guten Zutaten. Immer die Deklaration lesen!" — Dr. Thomas Brandt, Tierernährungsberater
Häufige Inhaltsstoffe — und was sie bedeuten
- Tierische Nebenerzeugnisse: Kann alles sein — von hochwertigen Innereien bis zu Schlachtabfällen. Ohne genaue Benennung ein Warnsignal.
- Pflanzliche Nebenerzeugnisse: Oft Soja oder Cellulose als Füllstoff — nicht artgerecht für Katzen.
- Rohaschegehalt: Kein Asche im Futter, sondern ein Maß für den Mineralstoffgehalt. Unter 2 % ist ideal.
- Brühe/Kochsud: Erhöht den Feuchtigkeitsgehalt — in Maßen okay, aber der Fleischanteil sollte dennoch hoch sein.
⚠️ Vorsicht bei Marketing-Tricks
„Mit Huhn" bedeutet nur 4 % Hühneranteil. „Reich an Huhn" steht für 14 %. Nur wenn „Huhn" als einzige Bezeichnung steht, müssen mindestens 26 % enthalten sein. Achte auf die genaue Formulierung!
Fazit
Gutes Nassfutter muss nicht das teuerste sein, aber es sollte transparent deklariert sein und einen hohen Anteil an benanntem Fleisch enthalten. Nimm dir die Zeit, die Zutatenlisten zu vergleichen — deine Katze kann es nicht selbst tun, aber sie wird es dir mit Gesundheit danken.